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Unsere Jahres-Plaketten seit 2001


Im Vordergrund ist ein echter Traumwagen der späten 1920er Jahre dargestellt, der Mercedes-Benz SS von 1929. Der gewichtige Sportwagen wurde von einem 7,1 Liter großen Reihen-Sechszylinder-Motor angetrieben, der zusätzlich per Kompressor zwangsbeatmet wurde, wenn der Fahrer Vollgas gab. Aber nicht nur Rennfahrer, sondern auch damalige Prominenz aus Film und Sport zeigte sich gerne mit dem Mercedes mit seinem charakteristischen Kompressorgeheul.
Zu ihrer Zeit ebenfalls ein Traum ist die daneben stehende NSU D501 OSL, die zwischen 1935 und 1939 in einer Stückzahl von 7997 gebaut wurde. Der damalige Neupreis lag bei 1150 Reichsmark - unerreichbar damals auch für leitende Angestellte.
Im Hintergrund der Plakette ist eine Szene mit der Ortschaft Gmund am Tegernsee zu sehen. Über die Steinbrücke rattert gerade ein Nahverkehrszug der Bahnlinie Tegernsee-Gmund. Auch heute noch gibt es Nostalgiefahrten mit alten Dampfloks und zeitgenössischen Waggons am Tegernsee. Außerdem im Hintergrund zu erkennen sind die Kirche Sankt Ägidius und die Maria Hilf Kapelle.


Das vor dem Kloster Tegernsee abgebildete Motorrad zeigt eine Zündapp KS600 gebaut von 1938-1941 und von 1949-1951. Insgesamt wurden davon 21501 Exemplare gebaut. Der Hubraum betrug 600 ccm bei einer Leistung von 28 PS.
Das abgebildete Automobil, ein Citroen, wurde um das Jahr 1934 zur Personenbeförderung über die alte Straße zum Wallberghaus genutzt. Später wurde das an der Hinterachse mit Kettenantrieb ausgestattete Fahrzeug zur Fahrt auf die Neureuth genutzt.


Das vor dem Malerwinkel abgebildete Motorrad zeigt eine BMW R 12 gebaut von 1935-1942. Sie wurde insgesamt 36.008 mal gebaut. Der Erstpreis betrug 1.630,- RM, die Dauerleistung war mit 18 PS bei 3400 U/min ange geben.
Der abgebildete PKW zeigt den 1930-1936 mit 5,9-Liter-Achtzylinder-Motor 2Z4 gebauten Typ SP8 der Marke „Gräf & Stift". Die Firma Gräf & Stift entstand aus einem Zusammenschluss der Brüder Carl, Franz und Heinrich Gräf mit dem Textilhändler Wilhelm Stift. 1908 wurden die ersten Fahrzeuge in Wien gebaut.
Ab 1921 trugen die Erzeugnisse der Wiener Automobile den Beinamen „österreichischer Rolls-Royce" und die Schönheit, Qualität und Geräuschlosigkeit stellten sie in eine Klasse mit Maybach, Hispano-Suiza und Minerva.
Die Firma Gräf & Stift überlebte die Selbständigkeit Österreichs nicht - im Jahre 1938 wurde die Produktion der Personenautomobile eingestellt.


Das abgebildete Motorrad zeigt eine Horex Regina 400. Die Firma Horex wurde 1923 von Fritz Kleemann gegründet. Der Firmenname ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben der Stadt Homburg und dem Namen der väterlichen Konserven-Glasgesellschaft REX.
1953 war die Regina die meistverkaufte 350er der Welt. Jede vierte Maschine ging davon in den Export. Bereits 1956 war Horex noch einer Jahresproduktion von nur noch 2790 Motorrädern gezwungen, die Motorradproduktion einzustellen.
1960 erfolgte die völlige Übernahme der Werksanlagen durch den Daimler Benz Konzern. Damit verschwand eine Firma vom internationalen Motorradmarkt, die für sich in Anspruch nehmen konnte, ein Stück Geschichte im Motorradbau mitgeschrieben zu haben.
Für die Einführung des Postomnibusses in Deutschland ist das Jahr 1905 bedeutsam - die erste deutsche Kraftomnibuslinie, „Motorwagenlinie" genannt, auf der Strecke Bad Tölz - Lenggries wurde eröffnet. Dafür wurden Daimler Omnibusse aus Marienfelder Produktion verwendet. Für die Beförderung von 22 Fahrgästen wurde ein 28 PS-Wagen, mit Vierzylinder-Motor und dem üblichen Hinterachsantrieb durch Ritzet und Innenzahnkranz gewählt. Auf der 10,4 km langen Fahrstrecke betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit für die vollgummibereiften Fahrzeuge 18,5 km/h. Außer auf der Postbuslinie fuhren die Busse auch nach Wildbad Kreuth und ins Tegernseer Tal.
Das originale Fahrzeug ist noch erhalten und kann im Museum der Kommunikation in Nürnberg besichtigt werden


Das abgebildete Motorrad zeigt englische Triumph Modell H gebaut von 1914-1924 in Coventry. Eswurde ein 550 ccm großer Einzylindermotor mit seitlichen Ventilen verbaut. Er hatte 5 PS und ein enomes Drehmoment. In Verbindung mit dem serienmäßigen 3-Gang Getriebe konnten für damalige Verhältnisse beachtliche Fahrleistungen erzielt werden.
Das diesjährige Fahrzeug ist ein BMW 328 aus dem Jahr 1937. Dieser 2-Liter Sportwagen ist das erfolgreichste deutsche Sportauto seiner Zeit. Der Sechszylinder-Reihenmotor entwickelte eine Leistung von 80 PS.
Sportliche Höhepunkte waren: 1938 der Dreifach-Sieg in der heißumstrittenen Mille Miglia, 1939 der Dreifach-Rekordsieg in den „24 Stunden von Le Mans" und 1940 der Triumph, den Huschke von Hanstein und Walter Bäumer bei der Mille Miglia herausfahren konnten.


Das abgebildete Motorrad zeigt eine BMW R26 gebaut von 1956-1960 in einer Stückzahl von 30.236. Der Motor hatte 247 ccm und leistete 15 PS bei 6400 U/min. Vor allem das Fahrwerk, das bei ihrem Erscheinen ein Optimum in der Mittelklasse darstellte, trug in Verbindung mit dem nun stärkeren Motor zur exzellenten Fahrsicherheit bei. Mit 2.150,– DM war sie nicht billig, aber ihr Geld wert.
Das diesjährige Automobil zeigt einen SiatoSpring, der von 1967 bis 1970 gebaut wurde. Die Firma Societä Italiona Applicazioni Transformazioni Automobilistiche (Siato) wurde 1926 in Turin gegründet und bestand bis 1970. Firmengründer war Giorgio Ambrosini, der in den 20er Jahren ein bekannter italienischer Rennfahrer war.
Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden bei Siato überwiegend Autos von Fiat überarbeitet. Gelegentlich versuchte Siato eigene Konstruktionen zu bauen. Kleine Firmen wie Siato konnten sich Ende der 50er Jahr kaum auf dem Markt behaupten. 1959 wurde Siato liquidiert und 1960 gründete Ambrosini zusammen mit Carlo Abarth die Siato-Abarth. Ab 1961 beschäftigte sich diese Firma überwiegend mit dem Umbau von Serienwagen aus dem Hause Fiat zu Rennsportfahrzeugen.
1967 stellte Siato noch einmal ein Auto vor, den Siata Spring, der optisch wieder wie eine Kopie der T-Modelle von MG aussah. Der Spring hatte einen 850 ccm Heckmotor von Fiat. 1970 wurde die Autoproduktion bei Siata eingestellt.


Das abgebildete Motorrad zeigt eine NSU 3 51 0-1 d- ie von 1936 bis 1939 etwa 2800x und von 1950 bis 1951 455x nahezu unverändert gebaut wurde. Der quadratisch ausgelegte Motor (Bohrung/Hub 75x75mm) hatte 331 ccm und leistete 12,5 PS.
Neben der Fahrradproduktion und der Einführung der Kleinkrafträder NSU Quick und NSU Pony gelang NSU nun der Sprung an die Spitze auf dem deutschen Markt der Zweiradindustrie.
Das abgebildete Auto zeigt einen mit Holzgas-Generator versehenen Mercedes Benz 170 VG. Gebaut zwischen 1939 und 1942, war er unabhängig vom Benzin, das während des Krieges für den zivilen Betrieb kaum zu haben war. Sein Motor leistet 22 PS bei 3200 Umdrehungen, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h. Das Reserverad wurde aufs Dach geschnallt. Der Verbrauch: 15 Kilogramm Generatorholz auf 100 Kilometer, Reserve 30 Kilogramm,
Die von Daimler-Benz entwickelte Gas-Generatoranlage mit „Querstrom- vergasung und Mischventil" gab es auch zum nachträglichen Einbau. Sie funktioniert mit jeder Art von Kohle, Torf, Koks, Anthrazit und Holzkohle. Kostenpunkt: 1000 Reichsmark,


Das abgebildete Motorrad zeigt eine Moto Guzzi 250 Alrone die von 1939 bis 1957 gebaut wurde.
Der liegende Einzylinder-Motor hat einen Hubraum von 247 ccm und in leistet in der Bauzeit 1939-1946 9,5 PS bei 4800/min bei einer Verdichtung von 6:1.
Ab 1949 wurde die Verdichtung auf 7:1 erhöht, was zu einer Leistung von 13,5 PS bei 6000/min führte. Die Höchstgeschwindigkeit stieg somit von 95 auf 120 km/h.
Das abgebildete Auto zeigt einen MG TD der von 1949 bis 1953 29.664 mal gebaut wurde. Er hat einen Reihen-4-Zylinder mit 1250 ccm. (Bohrung/ Hub 66,5 x 90 mm) und leistet 54,4 PS bei 5200/min. Technisch blieb der Wagen auf dem Niveau der Dreißigerjahre.
Das Unternehmen MG wurde Anfang der 1920er
Jahre in Oxford (England) als „Morris Garages" gegründet, erster Geschäftsführer war Cecil Kimber. Ende der 1920er erfolgte der Umzug nach Abingdon in Oxfordshire, wo bis 1980 einige der seinerzeit erfolgreichsten Sportwagen der Welt (u.a. MG TC, MGA und insbesondere MGB mit über 500.000 Exemplaren) produziert wurden.


Auf der diesjährigen Plakette ist ein Ford Eifel Roadster von 1939 dargestellt. Cabriolet- und Roadster-Karosserien wurden damals von mehreren deutschen Karosseriewerken auf Basis des in Köln produzierten Ford-Eifel-Fahrgestells gebaut.
Der damalige Ford-Technikchef Richard Bussien wollte wegen des Eifel-Roadster-Projekts zunächst mit Stoewer in Stettin im heutigen Polen zusammenarbeiten. Wegen Qualitätsschwankungen der ersten Serie von Stoewer fertigten dann allerdings vorrangig Hebmüller in Wuppertal und Karmann in Osnabrück diese Sonderkarosserien in einer Auflage von etwa 800 Stück.
Das abgebildete Exemplar wurde von Karmann gebaut. Dank des 34 PS leistenden Eifel-Vierzylinders mit 1,2 Liter Hubraum erreicht der 725 Kilo leichte Ford-Zweisitzer über 100 km/h. Er kostete damals 2.850 Reichsmark, also 260 Mark mehr als die geschlossene Limousine. Das war ein relativ günstiger Preis, denn ein vergleichbarer Mercedes 170 V Roadster mit 38 PS kostete fast das Doppelte, lief aber kaum schneller.
Das Motorrad ist eine Nimbus Typ I aus der berühmten Motorrad-Manufaktur des dänischen Vater&Sohn-Gespanns Fisker. Die erfolgreichen Staubsauger-Fabrikanten bauten ab 1919 ein sehr hochwertiges 750-Kubik-Motorrad mit längs eingebautem Vierzylinder-Reihenmotor und obenliegender Nockenwelle über Königswellenantrieb, zunächst 18 PS stark. Den Spitznamen Kakkelovensror (dänisch für Ofenrohr) erhielten die Nimbus in den 1920er Jahren wegen Ihres überdimensionierten oberen Rahmenrohrs, das gleichzeitig als 12-Liter-Tank diente.
Bis 1961 konnte sich dei däänische Marke mit dieser einen Grundkonstruktion halten. Rund 4000 Exemplare sollen bis heute überlebt haben.


Die 2010er Plakette ziert ein Ford T-Modell. Zwischen 1908 und 1927 wurde über 15 Millionen Exemplare gebaut. Entscheidend für den unvergleichlichen Verkaufserfolg war zum einen die simple Bedienung. Denn in einer Zeit, in der Autofahrer mit unsynchronisierten Getrieben kämpfen mussten, hatte der Ford T ein simpel und von jedermann bedienbares Zweigang-Planetengetriebe. Zum zweiten das dichte Werkstattnetz. Zum dritten die robuste Ausführung. Und – ganz wichtig – der niedrige Preis. Dazu trugen vor allem die großen Stückzahlen bei, die die Fließbandproduktion ab 1914 ermöglichte. So konnte Henry Ford den Preise eines T mit seinem 20 PS starken 2,9-Liter-Vierzylinder-Benziner von 850 US-Dollar auf nur noch 370 Dollar senken.
Das entspräche nach heutiger Kaufkraft ungefähr 6000 Euro. Weil der damalige schwarze Lack schneller trocknete als andere Farben, gab es das T-Modell zwischen 1915 und 1925 ausschließlich in Schwarz.
Zweites Objekt auf der Plakette ist eine Zündapp EM 250. Auch sie ist ein Produktion damaliger Massenfertigung. Allerdings brachte es die zwischen 1925 und 1928 gebaute EM (für EinheitsModell) nicht auf
15 Millionen, sondern auf 28000 Exemplare, was damals in Deutschland aber viel war. Der 4,5-PS-Zweitakter mit Magnetzündung weist als Besonderheit eine Getrenntschmierung mit einem separaten Öltank von 1,5 Liter Inhalt auf und beschleunigt das rund 100 Kilogramm schwere Motorrad auf über 80 km/h. Die EB 250 hat eine gefederte Vorderradgabel und 26-Zoll-Räder. Sie entstand in der für die ZÜNder- und APParatebau GmbH erfolgreichen Zeit, die Motorräder und Mopeds bis 1958 in Nürnberg baute, dann bis 1984 in München.
Das unrühmliche Ende kam dann in Form der Insolvenz und der Abtransport der Produktionsanlagen durch das chinesische Unternehmen Tianjin Motorcycle für 16 Millionen D-Mark. Zwischen Januar und April 1985 hatten eine Hundertschaft chinesischer Arbeiter das komplette Werk in München demontiert.


Auf der diesjährigen Plakette von 2011 ist ein BMW Dixi zu sehen. So wird dieses kleine Automobil zwar von vielen genannt, aber die korrekte Bezeichnung lautet BMW 3/15. BMW erwarb 1929 als Einstieg in die Automobilproduktion eine Lizenz zum Bau des in England bereits sehr erfolgreichen Kleinwagens Austin Seven. Bis dahin hatte BMW Motorräder und Motoren, vor allem für Flugzeuge produziert.
Schon ab 1927 bauten die in Eisenach ansässigen Dixi-Werke diesen Austin Seven in Lizenz. Dieses Werk übernahm BWM im Jahre 1929 samt der Austin-Lizenz, weshalb im Volksmund dann die Modellbezeichnung BMW Dixi entstand. Ob Dixi 3/15 oder BMW 3/15, stets steckt ein 750 ccm kleiner Vierzylinder mit 15 PS unter der Haube, der 75 km/h Höchstgeschwindigkeit und 65 km/h Reisetempo erlaubte. 1932 wurde der 3/15 von BMW durch ein komplett selbst konstruiertes Modell (BMW 3/20) abgelöst.
Auch ein Motorrad findet sich auf der Plakatte von 2011, eine UT 175. UT steht für den Stuttgarter Vorort Untertürkheim und wurde 1922 vom Ex-Daimler-Benz-Angestellten Hermann Scheihing gegründet, der sich mit seiner eigenen Werkstatt und Maschinenbauproduktion selbständig machen wollte. Ab 1924 produzierte er selbst konstruierte Motorräder.
Motorräder der Marke UT gab es auch nach dem Krieg, bis 1962, aber bereits seit 1932 waren die Marke und ihre Produktionsanlagen in Händen der Schwenk & Schnürle GmbH aus Stuttgart-Möhringen, die die Fertigung auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wieder aufnehmen konnten.
Noch in den 1950er Jahren verkaufte UT recht erfolgreich seine kleinen und handwerklich sorgfältig gemachten Motorräder, meist mit zugekauften Motoren von Ilo, wie auch bei dieser 175er auf der Plakette.


 


Das abgebildete Motorrad zeigt eine BMW R32.
Sie wurde von 1923 bis 1926 produziert. Es wurden bis 1927 über 3000 Stück verauft, womit sich BMW als serviöser Motorradhersteller etablierte. Bei dem motor handelte es sich um einen 2-Zylinder-Boxer mit 494 ccm un einer Leistung von 8,5 PS bei 3200 U/min.

Der von Flugzeugingenieur Max Fritz konstruierte neue Boxer-Motor, bei dem die Zylinder in einem 90-Grad-Winkel zueinander standen und quer in den Rahmen eingebaut wurde, stand bald als MArkenzeichen der BMW 2-Zylinder Motorräder.

Aus diesem Modell entwickelte Rudolf Schleicher die R37, die statt der seitlichen Ventile im Zylinderkopf hängende besaß und es auf die beachtliche Leistung von 16 PS brachte. Schleicher und andere Fahrer nahmen damit erfolgreich an verschiedenen Wettbewerben teil. Leider ist es uns dieses Jahr nicht gelngen, den Hersteller und Typ des abgebildeten Busses der Familie Berthold in Bad Wiessee war und für "Fremdenfahrten" im Einsatz war. Der Bus war ca. 1935 im Einsatz.

Wir würden uns freuen, falls jemand uns genaueres zum Fahrzeug mitteilen könnte.